Berechnung der Umsatzsteuer

Ist eine Praxis umsatzsteuerpflichtig, so sind 7 % Umsatzsteuer auszuweisen, da für zahntechnische Leistungen der verminderte Umsatzsteuersatz gilt: § 12 Abs. 2 Nr. 6 UStG in Verbindung mit dem Umsatzsteuer-Anwendungserlass (dort Ziffer 12.4) in der jeweils geltenden Fassung.

Für die Bema-Teile KB und KFO kann keine Umsatzsteuer für die Material- und Laborkosten berechnet werden (Vgl. § 4 Nr. 14a UStG in Verbindung mit dem Umsatzsteuer-Anwendungserlass (dort Ziffer 4.14.3 Abs.8) in der jeweils geltenden Fassung.

Für nähere Auskünfte wenden Sie sich an die die Praxis betreuende Steuerkanzlei.

Absenkung des Umsatzsteuersatzes im Zeitraum vom 01.07.2020 bis 31.12.2020

Zum 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 wurde der Umsatzsteuer-Regelsatz von 19 % auf 16 % und der ermäßigte Steuersatz von 7 % auf 5 % gesenkt (siehe "Umsatzsteuer; Befristete Absenkung des allgemeinen und ermäßigten Umsatzsteuersatzes zum 1. Juli 2020"). § 27 Absatz 1 UStG schreibt im Falle von Steuersatzänderungen die Anwendung des Umsatzsteuersatzes vor, der zu dem Zeitpunkt gilt, in dem die Leistung ausgeführt wird. Erfolgt also die Ausführung einer Leistung bis 30. Juni 2020, ist der Steuersatz von 19 Prozent (bzw. 7 Prozent) anzuwenden. Für ab dem 1. Juli 2020 ausgeführte Leistungen erfolgt die Umsatzbesteuerung mit 16 Prozent bzw. 5 Prozent. Zum 1. Januar 2021 wird sich dies nach der bestehenden Rechtslage wieder umkehren.

In der Rechnung ist der Zeitpunkt der Ausführung der Leistung anzugeben (§ 14 Absatz 4 Nr. 6 UStG). Wird eine Leistung beispielsweise im Juni 2020 begonnen und im Juli 2020 abgeschlossen, gilt sie umsatzsteuerlich im Juli als ausgeführt. In diesem Fall wäre also der Steuersatz von 16 Prozent (bzw. 5 Prozent) maßgeblich.

Auswirkungen für die Abrechnung:

Für die Abrechnung ist für die Praxen bei der Beurteilung des Zeitpunktes der erfolgten Ausführung der zahntechnischen Leistung wie folgt zu differenzieren, ob diese im Eigenlabor oder im Fremdlabor hergestellt wurde:

  • Praxislabor: Maßgeblicher Zeitpunkt für die Anwendung des Steuersatzes bei Herstellungsleistungen im Praxislabor ist der Zeitpunkt der Lieferung des Zahnersatzes an den Patienten. Dies ist der Zeitpunkt der Durchführung der Heilbehandlungsleistung, bei der der selbst hergestellte Zahnersatz zum Einsatz kommt.
  • Fremdlabor: Maßgeblicher Zeitpunkt für die Anwendung des Steuersatzes bei Herstellungsleistungen in einem Fremdlabor ist der Zeitpunkt der Lieferung des Zahnersatzes von dem Fremdlabor an den behandelnden Zahnarzt.

Dies bedeutet für den Ansatz des korrekten Umsatzsteuersatzes, dass bei Fremdlabor-Leistungen das Lieferdatum und bei Eigenlabor-Leistungen das Eingliederungsdatum maßgebend ist.

Datum der Laborlieferung (Leistungen des Fremdlabors) oder der Eingliederung (bei Leistungen des Praxislabors)

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bis 30.06.2020 = 7 % Umsatzsteuer
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vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 = 5 % Umsatzsteuer
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ab 01.01.2021 = 7 % Umsatzsteuer

Für die BEMA-Teile KB und KFO ergeben sich nach unserer Kenntnis keine Änderungen für zahntechnische Leistungen aus dem Praxislabor, da diese weiterhin als Bestandteil der umsatzsteuerfreien Heilbehandlung betrachtet werden.

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