KZVB-Hinweise:

  1. Um festzustellen, ob es sich um eine vertragszahnärztliche Versorgung handelt oder nicht, sind die Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) zu beachten.
  2. Behandlerwechsler aus triftigen Gründen:
    In einem solchen Einzelfall hat der Behandler die Krankenkasse zu informieren und die Krankenkasse hat zu entscheiden, ob sie bereit ist, einem Behandlerwechsel zuzustimmen. Sie hat ihre Entscheidung dem Zweitbehandler so schnell wie möglich mitzuteilen.
  3. Erkennt der Vertragszahnarzt während einer Behandlung, dass zusätzliche Behandlungsmaßnahmen erforderlich werden, so hat er der Vertragskasse von der Änderung seiner ursprünglichen Behandlungsplanung Mitteilung zu machen.
    (siehe Mitteilungspflicht gegenüber der Krankenkasse)
  4. Behandlung von Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten bei Säuglingen:
    Die Bema-Nr. 119 ist abrechenbar, wenn mittels Gaumenplatte oder anderen Geräten Zahn- oder Kieferbewegungen erfolgen.
  5. Die Einstufungszahlen des Bewertungssystems zu den Bema-Nrn. 119/120 sind aufzuzeichnen und bei den Behandlungsunterlagen aufzubewahren.
    Bei der Abrechnung ist auf die richtige Übernahme der beantragten und von der Krankenkasse übernommenen Schwierigkeitsgrade a - d der Bema-Nrn. 119/120 zu achten.
  6. Die im abschlagsfreien 4. Behandlungsjahr notwendigen diagnostischen Maßnahmen, Wiederherstellungen und Material- und Laborkosten sind auf dem KFO-Rechnungsformular abrechenbar.
  7. Bei mangelnder Mitarbeit des Patienten ist es notwendig, dass der Zahnarzt an die Eltern schreibt, um durch Belehrungen und ggf. Ermahnungen Abhilfe zu schaffen. Ziffer 9 der Abrechnungsbestimmungen stellt klar, dass derartige Informationen in einem Brief an die Eltern nicht gesondert berechnet werden können, sondern mit den Gebühren nach den Nrn. 119 und 120 abgegolten sind.
    Für diese Mitteilung an die Kasse kann das bei der Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns vorrätige Formular benutzt werden.
  8. Für die Behandlung mit Aufbissbehelfen können die Bema-Nrn. K1 bis K3 und K6 bis K9 abgerechnet werden. Sie können nicht abgerechnet werden, wenn gleichzeitig Behandlungsmaßnahmen nach Bema-Nrn. 119/120 durchgeführt werden. Die Bema-Nrn. K1 bis K3 und K6 bis K9 sind über dem Bema-Teil 2 (KB) abzurechnen.
  9. Der Abbruch der Behandlung ist der Krankenkasse unbedingt mitzuteilen.
  10. Wird keine Verlängerung beantragt, so ist der Abschluss der Behandlung auf dem KFO-Abrechnungsformular zu vermerken.
  11. Maßnahmen zur Beseitigung vertikaler Abweichungen (z. B. tiefer Biss, offener Biss) können nicht unter der Bema-Nr. 120a - d abgerechnet werden, sondern müssen unter der Bema-Nr. 119a - d erfasst werden.
  12. Ist nur ein Kreuzbiss zu beseitigen und soll dies mit einer schiefen Ebene geschehen, so ist hierfür die Bema-Nr. 119 abzurechnen und nicht die Bema-Nr. 122.
  13. Alle nachfolgenden Behandlungsmittel und -systeme sind in der Regel unwirtschaftlich und nicht notwendig
    (§ 12 Abs. 1 SGB V).
    1. Malu System
    2. Tubular Jumper
    3. Jasper-Jumper
    4. Magnetic Molar-Distalization System
    5. Pendulum Springs
    6. BioPendic Appliance
    7. Bite Jumping Appliance
    8. Ribbondretainer
    9. Retainer (Ausnahme: Behandlungsbedarfsgrad E3 oder E4 in der Unterkieferfront)
    10. Eurekafeder
    11. Adjustable Bite Corrector
    12. Essix-Retainer
    13. Positioner
    14. Elasto-Geräte
    15. Flex-Developer
Ein reines Herbstscharnier ist unter folgenden Voraussetzungen ausnahmsweise abrechenbar:
a)
später Behandlungsbeginn (Plandatum!), Wachstumshöhepunkt muss überschritten sein
b)
Bisslagekorrektur kann mit alternativen konventionellen Maßnahmen nicht erreicht werden
c)
Maßnahme muss unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes einzelfallbezogen vertretbar sein
Als Non-Compliance-Alternative ist ein Herbstscharnier nie abrechenbar.
  1. Wiederholte, durch den Patienten verschuldete Reparaturen oder Neuanfertigungen, die im Laufe der KFO-Behandlung anfallen, sollten gemäß § 12 Abs. 1 SGB V der Krankenkasse mitgeteilt und dem Patienten in Rechnung gestellt werden.
  2. Wird ein Verlängerungsantrag erstellt, so sind die genehmigten, aber noch nicht verbrauchten Leistungen des genehmigten KFO-Planes auf dem neuen Antrag erneut mit aufzuführen.
  3. Für eine Durchbruchshilfe ist die Bema-Nr. 49 abrechenbar.
  4. Der Behandler ist verpflichtet, den Abschluss der Behandlung (einschließlich Retention) schriftlich zu bestätigen.
  5. Therapie von Orofazialen Funktionsstörungen: siehe Heilmittelrichtlinie.
  6. Mit den Gebühren nach Bema-Nrn. 119/120 ist eine Behandlungszeit bis zu 16 Behandlungsquartalen abgegolten.
    Bei vorzeitigem Behandlungsabschluss vor dem 10. Quartal können die Bema-Nrn. 119c/120c und 119d/120d nur bis zum tatsächlichen Abschlussabschlag, aber die Bema-Nrn. 119a/120a und 119b/120b bis zum 12. Abschlag abgerechnet werden.
    Für einen Behandlungsplan, z. B. mit den Gebührenpositionen 119c OK, 119c UK und 120a mit einem Abschluss im 9. Quartal bedeutet dies: 119c OK und 119c UK bis zum 9. Abschlag und nur 120a bis zum 12. Abschlag, also einschließlich aller restlichen Abschläge.
    Bei vorzeitigem Abschluss ab dem 10. Quartal können alle Bema-Nrn. 119/120 bis zum 12. Abschlag abgerechnet werden.
  7. Maßnahmen zur Retention sind bis zu zwei Jahre nach dem Ende des Kalendervierteljahres, für das die letzte Abschlagszahlung nach den Bema-Nrn. 119, 120 geleistet worden ist, Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung, längstens bis zum Abschluss der Behandlung einschließlich der Retention. Der Zahnarzt hat danach den Abschluss der Behandlung einschließlich der Retention schriftlich zu bestätigen.
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