J. Chirurgische Dysgnathie-Behandlung

Die chirurgische Dysgnathiebehandlung von Soldatinnen/Soldaten der Bundeswehr ist grundsätzlich kein Bestandteil der utV.

Dieses gilt nicht für Zeit- und Berufssoldatinnen/-soldaten mit schweren Kiefer anomalien, die innerhalb der Dienstzeit ein Ausmaß entwickelt haben, das kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlungsmaßnahmen zur Erhaltung der Verwendungsfähigkeit erfordert.

In diesen Fällen ist ein aufeinander abgestimmtes kieferorthopädisches und kieferchirurgisches Behandlungskonzept zu erstellen.

Schwere Kieferanomalien in diesem Sinne liegen vor bei:

  • angeborenen Missbildungen des Gesichts und der Kiefer;
  • skelettalen Dysgnathien;
  • verletzungsbedingten Kieferfehlstellungen.

Die Gesamtbehandlungsdauer darf dabei grundsätzlich nicht das Dienstzeitende überschreiten. Die Kosten für die kieferorthopädische und kieferchirurgische Behandlung werden ausschließlich bis zum Dienstzeitende übernommen.

Alle in diesem Zusammenhang anfallenden Behandlungsmaßnahmen sind vor Durchführung in jedem Fall genehmigungspflichtig.

Die Durchführung der kieferchirurgischen Eingriffe erfolgt grundsätzlich nur in Sanitätseinrichtungen der Bundeswehr. Ausnahmen sind besonders zu begründen.

Die Überweisung an die zivile Fachzahnärztin/den zivilen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie und die anschließende Vorstellung in einer kieferchirurgischen Abteilung eines Bundeswehrkrankenhauses erfolgt sowohl im Rahmen der Diagnostik als auch der ggf. anschließenden Therapie -nach vorheriger Abstimmung mit dem regional zuständigen BGZA - durch die Leiterin/den Leiter der betreuenden zahnärztlichen Behandlungseinrichtung der Bundeswehr. Der BGZA ist auch für die weitere Koordination der Behandlungsmaßnahmen zwischen Fachzahnärztin/Fachzahnarzt für Kieferorthopädie, kieferchirurgischer Abteilung und Soldatin/Soldat verantwortlich.

Zur Beurteilung der Behandlungsnotwendigkeit, des erforderlichen Behandlungsumfanges, der erforderlichen Gesamtbehandlungszeit und der mit dieser Therapie verbundenen Kosten ist grundsätzlich eine kieferorthopädische Gutachterin / ein kieferorthopädischer Gutachter einer kieferorthopädischen Abteilung einer Universitätsklinik durch den BGZABw einzuschalten.

Die Entscheidung über die Genehmigung obliegt dem BGZABw, das BMVg ist hierbei zu beteiligen.

Vor Beginn der Behandlung sind dem BGZABw vorzulegen:

  1. Durch die zuständige Truppenzahnärztin/den zuständigen Truppenzahnarzt:
  • aktueller zahnärztlicher Befund fachlicher Stellungnahme, aus der die Verschlechterung der Kaufunktion zwischen Einstellung und dem aktuellen Zustand hervorgeht
  • fachliche Stellungnahme des regional zuständigen BGZA zur geplanten Therapie.
  1. Durch die zivile Fachzahnärztin/den zivilen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie:
  • kieferorthopädischer Behandlungsplan;
  • Gebissmodelle des Ober- und Unterkiefers mit fixierter Okklusion und dreidimensional orientiert (Planungsmodell) einschließlich Analyse;
  • röntgenologische Darstellung aller Zähne beider Kiefer;
  • Fernröntgenseitenbild mit Durchzeichnung und schriftlicher Auswertung zur Analyse skelettaler und/oder dentaler Zusammenhänge der vorliegenden Anomalie und/oder Wachstumsvorhersagen;
  • Röntgenaufnahme der Hand mit Auswertung bei Abweichung des chronologischen vom Dentitionsalter nur dann, wenn eine Orientierung über das Wachstumsmaximum und das Wachstumsende notwendig ist, oder wenn nach abgeschlossener Dentition die Kenntnis des skelettalen Alters die Durchführung der kieferorthopädischen Behandlung erforderlich ist;
  • Profil- und Enface-Fotographie diagnostischer Auswertung als Entscheidungshilfe Therapiemaßnahmen, soweit Abweichungen von einem graden Profil, perioralen Verspannungen oder Habits vorliegen, die einen zwangslosen Mundschluss unmöglich machen.
  1. Durch die behandelnde Kieferchirurgin/den behandelnden Kieferchirurgen:
  • Antrag auf Durchführung kieferchirurgischer Maßnahmen im Rahmen der kombinierten Behandlung einer Dysgnathie.
  • Nach Abschluss der Behandlung: Befundbericht
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