I. Zahnärztlich-implantologische Versorgung

Die Versorgung mit zahnärztlichen Implantaten ist grundsätzlich nicht Bestandteil der utV.

Sie ist aber in Anlehnung an die Ausnahmeindikationen für implantologische Leistungen des Gemeinsamen Bundesausschusses gem. § 92 Abs. 1 SGB V bei Vorliegen folgender Ausnahmeindikationen auf Bundesmittel möglich:

- bei größeren Kiefer- und Gesichtsdefekten, die ihre Ursache

  • in Tumoroperationen,
  • in Entzündungen des Kiefers,
  • in Operationen infolge von großen Zysten (z. B. große follikuläre Zysten oder Keratozysten),
  • in Operationen infolge von Osteopathien, sofern keine Kontraindikation für eine Implantatversorgung vorliegt,
  • in angeborenen Fehlbildungen des Kiefers (Lippen-Kiefer-Gaumenspalten) oder
  • in Verwundungen oder Unfällen haben

- bei dauerhaft bestehender extremer Xerostomie, insbesondere im Rahmen der Tumorbehandlung,

- bei generalisierter genetischer Nichtanlage von Zähnen,

- bei nicht willentlich beeinflussbaren muskulären Fehlfunktionen im Mund- und Gesichtsbereich,

- bei intakten Nachbarzähnen zur Versorgung von Schaltlücken,

- bei einseitigen/beidseitigen Freiendlücken zur Vermeidung von herausnehmbarem Zahnersatz bzw. zur Verbesserung der statischen Abstützung

- bei atrophiertem zahnlosem Kiefer.

Die Durchführung zahnärztlich implantologischer Maßnahmen erfolgt grundsätzlich nur in Sanitätseinrichtungen der Bundeswehr. Ausnahmen sind besonders zu begründen.

Die Entscheidung eines Antrages auf zahnärztlich-implantologische Versorgung obliegt grundsätzlich dem BGZABw.

Bei unabweisbaren Versorgungen im zivilen Bereich entscheidet BMVg - Fü San.

Wünscht die Soldatin/der Soldat ohne Vorliegen einer der o.a. Ausnahmeindikationen die Versorgung mit zahnärztlichen Implantaten, kann diese - soweit nicht fachliche Gründe entgegenstehen - durch implantologisch tätige Sanitätsoffiziere beantragt und nach entsprechender Genehmigung des BGZABw durchgeführt werden.

Die Soldatin/der Soldat hat sich dabei vorab schriftlich zu verpflichten, dass sie/er im Rahmen einer Mehrkostenvereinbarung die Materialkosten für das zahnärztliche Implantat in jedem Fall und in vollem Umfang selbst zu tragen hat. Die Kosten für die entsprechende zahnärztlich-prothetische Folgeversorgung (Suprakonstruktion) können bei Vorliegen der fachlichen und zeitlichen Voraussetzungen auf Bundesmittel übernommen werden, wenn diese Versorgung im Vergleich zu einer nicht implantatgestützen Alternativversorgung wirtschaftlicher bzw. kostenneutral ist.

Alle in Frage kommenden Soldatinnen/Soldaten sind vor Beginn jeglicher Behandlungsmaßnahmen nachweislich darüber zu belehren, dass nach Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis andere Kostenträger für Leistungen im Zusammenhang mit zahnärztlichen Implantaten ggf. nicht aufkommen. Außerhalb der Ausnahmeindikationen des § 92 Abs.1 SGB V bzw. gemäß Abschnitt VII der Allgemeinen Behandlungsrichtlinien und des Abschnittes 5 der Richtlinien des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung mit Zahnersatz und Zahnkronen sind Reparaturen und/oder Erneuerung der Suprakonstruktion reine Wahl- bzw. Privatleistung.

Vor Überweisung an implantologisch tätige Sanitätsoffiziere ist grundsätzlich der jeweils regional zuständige BGZA beratend zu beteiligen.

Die zahnärztlich-implantologische Versorgung darf durchgeführt werden von

  • Sanitätsoffizieren Zahnarzt mit abgeschlossener Weiterbildung Oralchirurgie/Parodontologie,
  • Sanitätsoffizieren mit abgeschlossener Weiterbildung Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie,
  • Sanitätsoffizieren Zahnarzt nach Einzelfallentscheidung durch das Bundesministerium der Verteidigung.

Die Versorgung mit zahnärztlichen Implantaten begründet nicht zwangsläufig einen Anspruch auf zahnärztlich-prothetische Versorgung.

Eine entsprechende lndikation ist nach erfolgreicher Einheilung der zahnärztlichen Implantate (im Regelfall nach 4 - 6 Monaten) zu prüfen.

Die Planung der Gesamttherapie (implantologische Leistung und Suprakonstruktion) soll aus fachlichen Gründen grundsätzlich in einer Hand/ durch einen Behandler erfolgen.

Diese Gesamtplanung bedingt jedoch in der Regel die zeitgleiche Vorlage des Antrages auf Durchführung einer zahnärztlich-implantologischen Versorgung mit dem Antrag auf Durchführung einer zahnärztlich-prothetischen Versorgung (Heil- und Kostenplan).

Dem BGZABw sind im Rahmen der Beantragung vorzulegen:

  • Antrag auf Durchführung einer zahnärztlich-prothetischen Versorgung (Heil- und Kostenplan) mit aktuellen Röntgenaufnahmen und

Modellen,

  • Antrag auf Durchführung einer zahnärztlich-implantologischen Versorgung, ggf. mit entsprechender Mehrkostenvereinbarung die Materialkosten für das/die zahnärztliche(n) Implantat(e)
  • Stellungnahme der/des zuständigen Truppenzahnärztin/Truppenzahnarztes zur Behandlungsnotwendigkeit/Indikation
  • Stellungnahme des regional zuständigen BGZA zur Therapieplanung und ggf. Therapiealternativen

Eine ggf. erforderliche Entfernung von lmplantaten ist nicht genehmigungspflichtig. Die Kosten sind auf Bundesmittel zu übernehmen.

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