F. Zahnärztlich – prothetische Behandlung einschließlich der Versorgung mit Einzelkronen und Wiederherstellungen

Zahnärztlich-prothetische Behandlung wird gewährt:

  • Grundwehrdienstleistenden, Wehrdienstleistenden aufgrund freiwilliger Verpflichtung (FWDL) innerhalb der ersten 9 Monate der Dienstzeit, und Wehrübenden ausschließlich zum Erhalt ihrer Verwendungsfähigkeit;
  • Berufssoldatinnen/-soldaten, Soldatinnen/Soldaten auf Zeit, Wehrdienstleistenden aufgrund freiwilliger Verpflichtung (FWDL) und bei anerkannten Wehrdienstbeschädigungen zum Erhalt oder zur Wiederherstellung einer langfristigen Funktionstüchtigkeit des stomatognathen Systems, in den letzten 6 Monaten jedoch nur noch zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Dienstfähigkeit.

1. Allgemeines:

Soweit im Folgenden Aussagen zum Zahnersatz getroffen werden, gelten diese entsprechend der Versorgung mit Zahnkronen.

Für zahnärztlich-prothetische und zahntechnische Leistungen gilt das Gebot der Wirtschaftlichkeit.

Ziel der Versorgung mit Zahnersatz ist es, die Funktionstüchtigkeit des Kauorgans wieder herzustellen oder eine Beeinträchtigung zu verhindern.

Zahnersatz ist angezeigt zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Kaufunktion, der statischen und dynamischen Okklusion, der Ästhetik und Phonetik, - auch in Form von Einzelkronen zur Rekonstruktion von kariös oder traumatisch zerstörten klinischen Zahnkronen, die plastisch nicht mehr hinlänglich versorgbar sind.

Bei der Versorgung mit Zahnersatz soll eine funktionell ausreichende Gegenbezahnung vorhanden sein oder im Laufe der Behandlung hergestellt werden.

Ein neuer Zahnersatz ist nicht angezeigt, wenn der vorhandene Zahnersatz noch funktionstüchtig ist oder die Funktionstüchtigkeit wiederhergestellt werden kann (z. B. durch Erweiterung).

Der Sanitätsoffizier Zahnarzt soll Art und Umfang des Zahnersatzes nach den anatomischen, physiologischen, pathologischen und hygienischen Gegebenheiten des Kauorgans bestimmen.

Insbesondere unter Einsatzgesichtspunkten sollte immer die Versorgung mit festsitzendem Zahnersatz angestrebt werden. Ggf. ist eine vorangehende Pfeilervermehrung durch zahnärztliche Implantate zu erwägen.

Im Rahmen der utV bestimmt die Zahnärztin/der Zahnarzt nach entsprechender Aufklärung und unter Wahrung des Selbstbestimmungsrechts der Soldatin /des Soldaten Art und Umfang der Behandlungsmaßnahmen. Die Zahnärztin/der Zahnarzt hat die Soldatin/den Soldaten über die nach diesen Richtlinien schadens- und risikogerechte Formen der Versorgung einschließlich wirtschaftlicher Konsequenzen aufzuklären.

Die Mitwirkung der Soldatin/des Soldaten ist eine wesentliche Voraussetzung für die Erreichung des Behandlungsziels. An ihr orientiert sich deshalb die Angemessenheit des Umfangs einer Versorgung im Einzelfall.

Von einer ausreichenden Mitwirkung ist insbesondere dann auszugehen, wenn die Soldatin/der Soldat eine regelmäßige und ausreichende Zahnpflege erkennen, sich regelmäßig mindestens einmal jährlich zahnärztlich untersuchen lässt und nachweisbar eine Behebung dabei aufgezeigter Mängel Sorge trägt.

Ist die Mundhygiene der Soldatin/des Soldaten unzureichend und/oder lehnt die Soldatin/der Soldat die Mitwirkung an einer notwendigen Parodontalbehandlung ab, ist das Behandlungsziel neu zu bestimmen. In der Regel ist dabei, soweit Zahnersatz angefertigt werden muss, der Leistungsanspruch der Soldatin/des Soldaten im Rahmen der utV auf eine einfache Versorgung beschränkt.

2. Versorgung mit Brücken

Eine Brücke dient in der Regel der Schließung zahnbegrenzter Lücken. Die Indikation ergibt sich aus dem klinischen und röntgenologischen Befund der zu überkronenden Zähne einschließlich ihrer Parodontalgewebe und aus statischen und funktionellen Gesichtspunkten.

Bei der Gestaltung der Brückenglieder sind die Grundsätze der Parodontalhygiene zu berücksichtigen.

Brücken sind angezeigt und wirtschaftlich, wenn dadurch in einem Kiefer die geschlossene Zahnreihe wiederhergestellt wird.

Brücken sind nicht angezeigt bei ungenügender parodontaler Belastbarkeit und solchen AIIgemeinleiden, die das parodontale Gewebe ungünstig beeinflussen.

Freiendbrücken sind grundsätzlich nur angezeigt zum Ersatz eines fehlenden Zahnes, hierzu sind mindestens zwei verblockte Pfeilerzähne erforderlich. Im jungen Erwachsenengebiss gilt es, gegenüber einer Einzelimplantatversorgung abzuwägen.

Bei Vorlage besonderer klinischer Bedingungen können adhäsiv befestigte einspannige Brücken mit Metallgerüst im Frontzahnbereich angezeigt sein. Die Pfeilerzähne sollen dabei karies- und füllungsfrei sein. Die zu überbrückende Spanne soll grundsätzlich nicht mehr als einen Zahn umfassen.

Bei einem Lückenschluss, bei disparallelen Pfeilerzähnen, kann eine geteilte Brücke mit Geschiebe angezeigt sein.

3. Versorgung mit herausnehmbarem Zahnersatz

Zum Zahnersatz gehören die erforderlichen Halte-, Stütz- und Führungsvorrichtungen.

Bei Teilprothesen ist in der Regel eine parodontal-abgestützte Modellgusskonstruktion angezeigt. Die Grundsätze der Parodontalhygiene sind dabei zu berücksichtigen.

Bei einem Restgebiss ohne parodontale Abstützungsmöglichkeit ist in der Regel eine Kunststoffprothese ohne aufwendige Halteelemente angezeigt.

Bei totalen Prothesen ist in der Regel die Basis in Kunststoff herzustellen. Eine Metallbasis geht in der Regel über das Gebot der Wirtschaftlichkeit hinaus und kann im Rahmen der UtV nur in begründeten Einzelfällen genehmigt werden (z.B. Torus palatinus und Exostosen).

Ein Abdruck mit individuellem Löffel oder individualisiertem Löffel ist nur angezeigt, wenn für die Abdrucknahme der übliche Löffel nicht ausreicht.

Bei zahnlosem Kiefer ist die Abformung mittels eines Funktionsabdruckes angezeigt; das gleiche gilt, wenn bei stark reduziertem Restgebiss - in der Regel bis zu drei Zähne - eine funktionelle Randgestaltung notwendig ist.

Intraorale Stützstiftregistrierungen zur Feststellung der Zentrallage im Zusammenhang mit der Total-/Cover-Denture-Prothese sind Bestandteil der utV, ferner auch bei implantatgestützten Totalprothesen im Ober- und Unterkiefer, wenn die Lagebeziehung von Unter- zu Oberkiefer mit einfachen Methoden nicht reproduzierbar ermittelt werden kann.

4. Kombinationsversorgung

Bei einer Kombinationsversorgung wird festsitzender mit herausnehmbarem Zahnersatz zu einer funktionalen Einheit unter Verwendung von Halte, Stütz- oder Führungselementen oder teilbaren Kronen zusammengefügt.

Kombinationsversorgungen sind angezeigt und wirtschaftlich, wenn gegenüber anderen Zahnersatzformen eine statisch und funktionell günstigere Belastung der Restzähne und eine günstige Retention erreicht werden kann. Dies gilt insbesondere bei Freiendsituationen.

Die parodontale Ausgangssituation der Restzähne ist kritisch zu bewerten.

Bei Kombinationsversorgungen sind Brücken angezeigt, wenn dadurch die Zahl der Prothesensättel sinnvoll reduziert wird.

5. Beantragung

Funktionsanalytische Leistungen (FAL) der GOZ im Sinne einer Kieferrelationsbestimmung können in besonders begründeten Ausnahmefällen insbesondere bei umfangreichen zahnärztlich-prothetischen Behandlungs maßnahmen indiziert sein, sie sind dann detailliert zu begründen und zu beantragen. Im Regelfall sind aber alle Maßnahmen zu Relationsbestimmung über die jeweiligen Gebührenpositionen abgegolten.

Über die Genehmigungsfähigkeit entscheidet im Einzelfall der zuständige BGZA.

Zahnärztlich-prothetische Maßnahmen sind mit dem Formular Heil- und Kostenplan (3-fach), bei Behandlung im zivilen Bereich über die überweisende zahnärztliche Behandlungseinrichtung der Bundeswehr, vorab zu beantragen und dem zuständigen BGZA zur Entscheidung vorzulegen.

Wir legen Wert auf sorgfältigen Datenschutz. Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung
Unsere Seiten nutzen technische, anonyme Cookies sowie Javascript zur benutzerfreundlichen Funktion. Mit der Nutzung unserer Seiten stimmen Sie deren Verwendung zu.

Zustimmen Später entscheiden