Berechnung von Praxismaterialkosten

Es können laut Nummer 5 der allgemeinen Bestimmungen zum Bema die tatsächlich entstandenen patientenbezogenen Praxismaterialkosten berechnet werden, wenn diese für den Patienten mit einer einmaligen Anwendung verbraucht sind, nicht mit den Bema-Gebühren abgegolten sind und keine abweichende Regelungen bestehen. Bitte beachten Sie die ergänzenden Regelungen zur Verordnung von Sprechstundenbedarf. Die allgemeinen Praxiskosten, auch die durch die Anwendung von zahnärztlichen Instrumenten und Apparaturen entstehenden Kosten, sind in den abrechnungsfähigen Leistungsansätzen enthalten.

(Vgl. Einkauf von Materialien – Rechtsgrundlagen und Hinweise für die Zahnarztpraxis 2015, BZÄK/KZBV, Seite 6 bis 9)

Kalkulation der Praxismaterialkosten

Für die Kalkulation der tatsächlichen Praxismaterialkosten empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Bruttopreis Material = Preis der Packung + gesetzlicher Mehrwertsteuer
  • Einzelpreis (je Stück/je Gramm) = Bruttopreis Material ÷ Inhalt
  • Tatsächliche Kosten = Einzelpreis (je Stück/je Gramm) × verbrauchter Menge

Lagerhaltungskosten, Abschreibung und Abnutzung von Geräten und dergleichen können bei der Kalkulation keine Berücksichtigung finden, weil diese den allgemeinen Praxiskosten zuzuordnen sind. Rabatte sowie sonstige geldwerte Vorteile und Nachlässe sind an die Kostenträger bzw. Patienten weiterzugeben. Jedoch müssen die beim Warenbezug gewährten üblichen Zahlungsrabatte (Skonti bis zu 3%) nicht an den Patienten bzw. Kostenträger weitergeleitet werden. Diese kann der Zahnarzt/die Zahnärztin für sich verbuchen.

Abrechnung der Praxismaterialkosten

Für die Abrechnung der berechnungsfähigen Praxismaterialkosten im Zusammenhang mit den Bema-Teilen 2 (KB), 3 (KFO) und 5 (ZE) wurden zur Vereinfachung Kategorienummern definiert, welche bei der Übermittlung der Daten an die KZVB zu verwenden sind.

Für folgende Praxismaterialien wurden keine Kategorienummern vereinbart:

  • Ausbrennstifte/Abdruckstifte (zu Bema-Nr. 18b)
  • Kunststoff für direkte Verblendung (zu Bema-Nrn. 24b/95c)
  • Kunststoff für das Auffüllen eines Sekundärteleskops nach Zahnextraktion1(zu Bema-Nr. 100a)
  • Nicht-metallische konfektionierte Wurzelstifte (diese wurden vom G-BA als gleichartige Versorgung eingestuft) 2
  • Kunststoff für das Individualisieren eines konfektionierten Löffels (zu Bema-Nr. 98a)
  • Kunststoff für das Umarbeiten einer vorhanden Prothese zum Funktionslöffel (zu Bema-Nrn. 98b/98c)

Werden parapulpäre Stifte für ein- oder zweiflächige Füllungen nach den Bema-Nrn. 13a/13b benötigt, dann sind diese als Materialkosten über den Bema-Teil 1 (KCH) unter der Ordnungsnummer 601 abrechenbar.


1 Das direkte Verschließen eines Sekundärteleskops ist seit dem 01.01.2007 als eigenständige Befundbeschreibung unter Festzuschuss-Befund-Nr. 6.0 abgebildet.(Vgl. Schwere Kost für leichteres Arbeiten, Seite 8-11, 3. Auflage, Stand 01.07.2012)
2 Als gleichartige Versorgung gelten: adhäsiv befestigte Stiftaufbauten und nicht-metallische Stiftsysteme (Vgl. Schwere Kost für leichteres Arbeiten, Seite 5-04, 3. Auflage 01.01.2012, aktualisiert 01.07.2016)