Abrechnung von zahnärztlichen Leistungen während eines stationären Aufenthalts des Patienten

Achtung: Vom Krankenhaus veranlasste ambulante Leistungen gehören zu den allgemeinen Krankenhausleistungen und werden dem Krankenhaus von der Krankenkasse nach DRG vergütet. Damit ist bei allen folgenden Fallkonstellationen zu unterscheiden, ob es sich um eine vom Krankenhaus veranlasste Leistung handelt oder nicht.

Es sind nachfolgende Konstellationen zu unterscheiden:

Die zahnärztliche Behandlung findet in der Praxis statt.

  • Der Patient legt die Krankenversichertenkarte (eGK) vor.
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    Es ist nicht erkennbar, dass das Krankenhaus diese Leistung veranlasst hat. In diesen Fällen liest der Zahnarzt die eGK ein und rechnet die erbrachten vertragszahnärztlichen Leistungen über die KZVB ab.
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    Das Krankenhaus / der Belegarzt hat den Patienten in die Praxis geschickt. Eventuell legt der Patient einen Auftrag/Laufzettel vom Krankenhaus vor. Die Praxis muss immer klären, ob das Krankenhaus / der Belegarzt oder die Krankenkasse zahlungspflichtig ist. Ist die Leistung vom Krankenhaus oder dem Belegarzt veranlasst, erfolgt die Abrechnung direkt mit dem Auftraggeber. Die Abrechnung einer vorab vereinbarten Vergütung (§ 612 Abs. 2 BGB) erfolgt mit dem Krankenhaus / Belegarzt auf Basis freier Vereinbarung oder nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). In all diesen Fällen ist dringend eine vorherige Vereinbarung mit dem Krankenhaus / Belegarzt über den Steigerungsfaktor zu empfehlen.

Die zahnärztliche Behandlung findet im Krankenhaus statt.

  • Das Krankenhaus / der Belegarzt veranlasst die zahnärztliche Leistung.

    Diese veranlasste Leistung gehört zu den allgemeinen Krankenhausleistungen. Die Abrechnung der erbrachten Leistungen erfolgt direkt zwischen dem Zahnarzt und dem Auftraggeber. Die Abrechnung einer vorab vereinbarten Vergütung (§ 612 Abs. 2 BGB) erfolgt mit dem Krankenhaus / Belegarzt auf Basis freier Vereinbarung oder nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). In all diesen Fällen ist dringend eine vorherige Vereinbarung mit dem Krankenhaus / Belegarzt über den Steigerungsfaktor zu empfehlen.
  • Der Patienten selbst oder dessen Angehöriger kontaktiert den Zahnarzt.

    In diesem Fall obliegt es dem Zahnarzt zu klären, ob das Krankenhaus oder der gesetzlich versicherte Patient (in letzterem Fall mittels eGK) zahlungspflichtig ist. Eine Zahlungspflicht des Krankenhauses besteht regelmäßig dann, wenn das Krankenhaus der Behandlung durch den Zahnarzt zugestimmt hat. Das vorherige Einholen dieser Zustimmung bei der Krankenhausverwaltung wird in Schriftform empfohlen. Ist das Krankenhaus zahlungspflichtig, erfolgt eine Abrechnung mit dem Krankenhaus. Die Abrechnung einer vorab vereinbarten Vergütung (§ 612 Abs. 2 BGB) erfolgt mit dem Krankenhaus / Belegarzt auf Basis freier Vereinbarung oder nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). In all diesen Fällen ist dringend eine vorherige Vereinbarung mit dem Krankenhaus / Belegarzt über den Steigerungsfaktor zu empfehlen

Wichtig: Die obigen Ausführungen finden keine Anwendung auf Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass vorrangig die Krankenkasse zahlungspflichtig ist bzw. in wenigen Ausnahmefällen und unter bestimmten Voraussetzungen der Rentenversicherungsträger in Betracht kommt. Ob es sich um eine Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung handelt, sollte seitens der Praxis vorab geklärt werden.

Hinweis zur zusätzlichen Wahlleistungsvereinbarung

Befindet sich ein Patient in stationärer Behandlung und hat zusätzlich eine Wahlleistungsvereinbarung abgeschlossen, gelten die vorgenannten Fallgruppen entsprechend.

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