Verordnung über unwirtschaftliche Arzneimittel in der GKV
-Negativliste-

Hinweise der KZVB

Durch das am 1. Januar 1989 in Kraft getretene Gesundheits-Reformgesetz ist der für die gesetzliche Krankenversicherung zuständige Minister ermächtigt worden, durch Rechtsverordnung unwirtschaftliche Arzneimittel aus der Leistungspflicht der Krankenkassen auszuschließen (§ 34 Abs. 3 SGB V). Diese Verordnung ist vom Kabinett bestätigt und mit Zustimmung des Bundesrates am 21. Februar 1990 verabschiedet worden.

In der Verordnung werden Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen benannt, die zu einem Ausschluss der Arzneimittel führen, in denen diese Wirkstoffe bzw. Kombinationen enthalten sind.

Am 01.10.1991 ist die sogenannte Negativliste in Kraft getreten. Darin sind die Präparate aufgelistet, die durch die Verordnung über unwirtschaftliche Arzneimittel aus der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen sind. Nach der Verordnung vom 21. Februar 1990 handelt es sich um Arzneimittel, die "als unwirtschaftlich" anzusehen sind, da sie "für das Therapieziel oder zu Minderung von Risiken nicht erforderliche Bestandteile enthalten oder deren Wirkung wegen der Vielzahl der enthaltenen Wirkstoffe nicht mit ausreichender Sicherheit beurteilt werden können oder deren therapeutischer Nutzen nicht nachgewiesen ist". (Anm.: gilt nicht für Lokalanästhetica-Zusätze in Zubereitungen für Injektionen)

Als unwirtschaftlich werden nach dieser Verordnung u.a. angesehen: Kombinationen von "Vitaminen mit analgetischen oder antirheumatischen Bestandteilen" (z. B. Aspirin plus C oder ASS + C-ratiopharmR).

Ebenfalls unwirtschaftlich, da ihre Wirkung wegen der Vielzahl arzneilich wirksamen Bestandteile nicht mit ausreichender Sicherheit beurteilt werden kann, sind Arzneimittel mit mehr als drei arzneilich wirksamen Bestandteilen.

Nach der gültigen Negativliste vom Oktober 2003 sind u. a. folgende Präparate unwirtschaftlich und somit nicht verordnungsfähig:
Aspirin plus C Brausetabletten Bayer Vital NovoPetrin Schmerztabl. OTW
ASS + C Brausetabletten Ratiopharm Novum Schmerztabl. Wero
ASS + C Brausetabletten Hexal Optalidon N Dragees/Suppos. Novartis
Boxazin plus C Brausetabletten Boehringer Ingelheim Pharma Praecineural Supp. F. Erw. Pfleger
Coffalon Tabletten Stark Repha-Os Mundspray Repha
Coffeemed N Tabletten Passauer Ring Tabletten N Pfizer
Cresophene A-1 Dental Sanaphten Paste A-1 Dental
Dentocaps Kapseln Blanco Saridon Tbl. Roche
Dolo Neurobion forte N Merck Socketol Paste A-1 Dental
Glutisal Tabletten Ravensberg Speichelersatzlösung Niemann
Jodoform Paste A-1 Dental Thomapyrin C Brausetabletten Boehringer Ingelheim Pharma
Korodin Tropfen Robugen GmbH Togal Kopfschmerz-Brause+Vit. C Togal
LPC Pyocid flüssig Speiko Togal Tabletten Togal
LPC Pyocid Paste Speiko Wobenzym N Drag. Mucos
Ledermix Zementpulver Riemser
Lemocin CX Gurgellösung Novartis
Melabon plus C Brausetabletten Rentschler
Mundisal Gel div. Hersteller
Neyparadent Liposome Vitorgan
Neypulpin N, St. I, II, III Vitorgan
Neypulpin St, I, II, III Vitorgan

Darüber hinaus gibt es sicher weitere hier nicht aufgeführte unwirtschaftliche, aus der Leistungspflicht der Krankenkassen ausgeschlossene Arzneimittel. Eine vollständige Aufzählung der Negativliste ist aufgrund des Umfanges nicht möglich. Im Zweifelsfall kann der Apotheker Auskunft geben.