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Wurzelkanalfüllung einschließlich eines evtl. provisorischen Verschlusses, je Kanal

(WF)
17 Pkte.

Zu Bema-Nr. 54:

  1. Eine retrograde Füllung an einer Wurzel nach Wurzelspitzenresektion wird nach den Nrn. 32 und 35 gesondert abgerechnet.

KZVB-Hinweise:

  1. Eine temporäre Wurzelfüllung zur Ausheilung einer apikalen Läsion einschließlich der jeweiligen Deckfüllung und die erneute Trepanation (Bema-Nr. 31) sind keine Leistungen der GKV.
  2. Eine Behandlung im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung ist nur dann angezeigt, wenn die Aufbereitbarkeit und Möglichkeit der Füllung des Wurzelkanals bis bzw. bis nahe an die Wurzelspitze gegeben sind (vgl. Behandlungs-Richtlinien B. III, 9.1 a). So können Wurzelbehandlungsmaßnahmen mit einer Einstufung nach Ingle-Klasse I (unkompliziert, gerade, leicht gebogen, Wurzelbildung abgeschlossen, Foramen geschlossen) im Rahmen der GKV abgerechnet werden.
    Darüber hinaus muss eine ausreichende gute Zugänglichkeit vorhanden sein sowie eine gute Erreichbarkeit und Auffindbarkeit des zu behandelnden Zahnes und seines Wurzelkanalsystems gegeben sein. Kriterien zur Beurteilung wären z. B. Achsenneigung, Mundöffnung, Trockenlegungsmöglichkeiten, Würgereiz und Wurzelkrümmungsgrad.
    Nur bei röntgenologisch dokumentiert günstiger Prognose können Wurzelbehandlungsmaßnahmen vertragszahnärztlich erbracht und abgerechnet werden. In anderen Fällen handelt es sich immer um einen Behandlungsversuch, der nicht zu Lasten der Krankenkasse abgerechnet werden kann.
  3. Eine Wurzelfüllung gilt als lege artis, wenn sie bis oder bis nahe an die physiologische Konstriktion reicht.
  4. Eine erneute Abrechnung einer Wurzelkanalbehandlung durch dieselbe Praxis ist immer dann möglich, wenn klinisch und/oder radiologisch folgende Sachverhalte vorliegen:
    1. Reinfektion des Kanalsystems, die eine erneute, vergrößerte Aufbereitung des Wurzelkanalsystems erforderlich macht
    2. Revision einer Wurzelkanalfüllung nach richtlinienkonformem Abschluss und der Hinweis auf eine Entzündung im periapikalen Bereich (Schmerzsensation; Zunahme einer apikalen Aufhellung)
    3. Retrograde Revision einer Wurzelkanalfüllung im Rahmen einer richtlinienkonformen chirurgischen Revision
Der/die Sachverhalte und die medizinische Notwendigkeit der Wiederbehandlung muss schriftlich dokumentiert werden.
  1. Eine Mehrkostenberechnung im Rahmen einer Endo-Behandlung ist nicht möglich.
  2. In der Regel ist eine Röntgenaufnahme vor der endodontischen Behandlung und eine Abschlussaufnahme der Wurzelfüllung erforderlich. Die endodontische Messaufnahme kann auch über eine elektronische Längenmessung ersetzt werden. Auf eine entsprechende Dokumentation ist zu achten. Die elektronische Längenmessung stellt auch im Rahmen einer vertragszahnärztlichen endodontischen Behandlung keine vertragszahnärztliche Leistung dar.

RILI: Behandlungs-Richtlinien - B. III. Konservierende Behandlung

Bestimmungen über die Gestaltung und die Ausfüllung der Planungsvordrucke und die edv-mäßige Erstellung der Abrechnung (Inhaltlich ist der Ersatzkassenvertrag Zahnärzte (EKV-Z) mit dem Bundesmantelvertrag (BMV-Z) vergleichbar.)