B. Vertragszahnärztliche Behandlung

IV. Chirurgische Behandlung

  1. Zur vertragszahnärztlichen Versorgung gehören
    1. das Entfernen von Zähnen oder deren Wurzeln,
    2. chirurgische Eingriffe bei Mund- und Kieferkrankheiten, wenn die Heilung durch andere Maßnahmen voraussichtlich nicht oder nicht so schnell zu erreichen ist.
  2. Beim Entfernen von Zähnen und anderen chirurgischen Eingriffen im Mund- und Kieferbereich soll die Vorgehensweise gewählt werden, die
    1. eine schnelle Wundheilung erwarten lässt,
    2. Schleimhaut und Knochenverhältnisse soweit wie möglich erhält,
    3. günstige Voraussetzungen schafft für eine spätere prothetische Versorgung.
  3. Die Notwendigkeit zur Zahnextraktion ergibt sich aus Befund und Diagnose.
    Die Zahnextraktion kann angezeigt sein bei
    1. umfangreicher kariöser Zerstörung eines Zahnes,
    2. fortgeschrittener Parodontalerkrankung,
    3. Erkrankungen der Pulpa und des apikalen Parodontiums, die einer endodontischen und chirurgischen Therapie nicht zugänglich sind,
    4. traumatischen Zahnfrakturen,
    5. fehlstehenden, verlagerten oder impaktierten Zähnen sowie bei kieferorthopädischer Indikation,
    6. schlechter Prognose anderer Maßnahmen
    7. oder wenn wichtige medizinische Gründe eine zwingende Rechtfertigung dafür liefern, eine bestehende oder potentielle orale Infektionsquelle zu beseitigen.
  4. Eine Wurzelspitzenresektion ist insbesondere indiziert
    1. wenn das Wurzelkanalsystem durch andere Verfahren nicht ausreichend zu behandeln ist,
    2. wenn ein periapikaler Krankheitsprozess besteht, der einer konservierenden Therapie nicht zugänglich ist,
    3. bei Wurzelfrakturen im apikalen Drittel oder aktiver Wurzelresorption.
Die Wurzelspitzenresektion von Molaren ist in der Regel angezeigt, wenn
  • damit eine geschlossene Zahnreihe erhalten werden kann,
  • eine einseitige Freiendsituation vermieden wird,
  • der Erhalt von funktionstüchtigem Zahnersatz möglich wird.
  1. Die Hemisektion und Teilextraktion eines mehrwurzeligen Zahnes ist nur in begründeten Ausnahmefällen zum Erhalt einer geschlossenen Zahnreihe angezeigt und/oder zum Erhalt einer bestehenden prothetischen Versorgung.
  2. Bei der chirurgischen Behandlung im Oberkiefer wird der Schmerz durch Infiltrationsanästhesie ausgeschaltet, bei größeren Eingriffen oder bei entzündlichen Prozessen sowie bei der chirurgischen Behandlung im Unterkiefer durch Leitungsanästhesie. Die Infiltrationsanästhesie ist neben der Leitungsanästhesie in der Regel nicht angezeigt. Dies gilt nicht bei der Parodontalbehandlung.

Protokollnotiz:
Der Bundesausschuss stellt fest:
"Eine zentrale Anästhesie (Narkose) oder Analgosedierung gehört dann zur Leistungspflicht der GKV, wenn im Zusammenhang mit zahnärztlichen Leistungen eine andere Art der Schmerzausschaltung nicht möglich ist. Die Leistung ist im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung zu erbringen.“