Vergütungsvereinbarung zur Zahntechnik

Grundsätzlich gilt aufgrund der einleitenden Bestimmungen der BEL II, dass neben den im BEL II aufgeführten zahntechnischen Leistungen die Kosten für verschiedene Materialien (z. B. Sonderkunststoffe, Weichkunststoffe, Konfektionsfertigteile, Implantate, Implantataufbauten, künstliche Zähne, edelmetallhaltige Dentallegierungen) abgerechnet werden können. In Bayern wurde hierzu auf Landesebene Spezialbestimmungen für die Vergütung von Materialien getroffen. Es bestehen zwei Vergütungsvereinbarungen:

  1. § 57 Abs. 2 - Vertrag für ZE
  2. § 88 Abs. 2 - Vertrag für KFO, KB, PAR

Berechnung von Fertigteilen

Für Konfektionsfertigteile aus Metall (Hilfsteile, Geschiebe) kann ein Zuschlag von 10 % auf die am Liefertag gültigen Listenpreise abgerechnet werden, soweit sie nicht mit der Vergütung abgegolten sind (vgl. Vergütungsvereinbarung zur Zahntechnik).

Gemäß § 2 Abs. 4 BEL II gehören zu den Konfektionsfertigteile aus Metall:

  • Geschiebe zur Brückenteilung,
  • Kugelknopfanker auf Wurzelstiftkappen
  • sowie im Rahmen der kieferorthopädischen Behandlungen Schrauben, Schlösser, Röhrchen etc.

Berechnungsbeispiele für Fertigteile

Berechnungsbeispiel, wenn der Zahnarzt nicht umsatzsteuerpflichtig ist bzw. nicht optiert hat (unverbindliche Musterberechnung):
Einzelpreis = Listenpreis (o. MwSt.) 21,00 EUR
+ 10 % Zuschlag   2,10 EUR
berechenbarer Preis 23,10 EUR
Berechnungsbeispiel, wenn der Zahnarzt umsatzsteuerpflichtig ist bzw. optiert hat (unverbindliche Musterberechnung):
Einzelpreis = Listenpreis (o. MwSt.) 17,65 EUR
+ 10 % Zuschlag   1,77 EUR
Zwischensumme 19,42 EUR
+ 7 % MwSt.   1,36 EUR
20,78 EUR

Bei der Berechnung von Fertigteilen sind bei der Rechnungsstellung folgende Angaben erforderlich:

  • Art des Fertigteils
  • Menge
  • Preis

Mehrwertsteuer

Ist eine Praxis umsatzsteuerpflichtig gilt grundsätzlich folgendes:

  • Die im Einkauf gezahlten 19 % Mehrwertsteuer und die im Verkauf erzielten 7 % Mehrwertsteuer sind durch den Zahnarzt bei der Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt anzumelden. Die für diesen Geschäftsvorgang errechnete Umsatzsteuerdifferenz ist beim Finanzamt geltend zu machen.
  • Bei der Patientenrechnung sind derzeit 7 % Umsatzsteuer auszuweisen.

Für nähere Auskünfte wenden Sie sich an die die Praxis betreuende Steuerkanzlei.