Berechnung von Dentallegierungen

  1. Für die Anwendung des BEMA und der BEL II gilt grundsätzlich folgendes:

    Gemäß den Einleitenden Bestimmungen zum BEL II können neben den im BEL II aufgeführten zahntechnischen Leistungen die Kosten für verschiedene Materialien (z. B. Sonderkunststoffe, Weichkunststoffe, Konfektionsfertigteile, Implantate, Implantataufbauten, künstliche Zähne, edelmetallhaltige Dentallegierungen) abgerechnet werden.
    Soweit hierzu nicht auf Landesebene Spezialbestimmungen für die Vergütung von Materialien getroffen sind, sind auch insoweit die tatsächlich entstandenen Kosten in Ansatz zu bringen. Solche auf Landesebene vereinbarten Bestimmungen existieren bspw. für edelmetallhaltige Legierungen.
Vgl. Einkauf von Materialien – Rechtsgrundlagen und Hinweise für die Zahnarztpraxis 2015, BZÄK/KZBV, Seite 8
In Bayern wurde keine landespezifischen Regelungen für die Berechnung von Dentallegierungen gemäß § 57 Absatz 2 Satz 1 SGB V bzw. § 88 Absatz 2 SGB V zwischen den Zahntechnikerinnungen und den Krankenkassen getroffen.

  1. Für die Anwendung der GOZ und deren Auslagen für zahntechnische Leistungen nach § 9 GOZ gilt grundsätzlich folgendes:

    Nach der GOZ ist in der Liquidation bei der Berechnung des Edelmetalls der jeweilige Tagespreis zu Grunde zu legen (vgl. § 9 und § 10 Abs. 2 Nr. 5 GOZ), unabhängig vom tatsächlichen Einkaufspreis. Die hierbei gegenüber dem tatsächlichen Einkaufspreis ggf. zu verzeichnenden „Gewinne” müssen daher ebenso wenig an die Patienten weitergegeben werden, wie entsprechende Verluste gegenüber dem Einkaufspreis vom Patienten zu tragen wären. Dieser Auffassung kann auch nicht entgegengehalten werden, der Patient werde durch diese Verfahrensweise übervorteilt. Der Patient hat zwar keinen Anteil an etwaigen Kursgewinnen des Zahnarztes, trägt jedoch andererseits auch nicht das Risiko des Kursverlustes.
Vgl. Einkauf von Materialien – Rechtsgrundlagen und Hinweise für die Zahnarztpraxis 2015, BZÄK/KZBV, Seite 4
Die Rechnung muss insbesondere enthalten: bei Ersatz von Auslagen nach § 9 Art, Umfang und Ausführung der einzelnen Leistungen und deren Preise sowie die direkt zurechenbaren Materialien und deren Preise, insbesondere Bezeichnung, Gewicht und Tagespreis der verwendeten Legierungen (Vgl. § 10 Abs. 2 Nr. 5 GOZ)

Zusammenfassung

1. Aus diesen Vorschriften ergibt sich für die Berechnung von Dentallegierungen folgendes:

  • Regelversorgungen: Es können nur Leistungen nach BEMA anfallen und es gelten die Ausführungen unter 1.
  • Gleichartige Versorgungen: Leistungen, welche nicht über die Regelversorgung hinausgehen werden nach BEMA und BEL II berechnet und es gelten die Ausführungen unter 1.
    Leistungen, welche über die Regelversorgung hinausgehen und die Versorgung zur gleichartigen Versorgung machen, werden nach GOZ und die zahntechnischen Auslagen nach § 9 GOZ und § 10 Abs. 2 Nr. 5 GOZ berechnet und es gelten die Ausführungen unter 2.
  • Andersartige Versorgungen: Die Leistungen werden grundsätzliche nach GOZ und die zahntechnischen Auslagen nach § 9 GOZ und § 10 Abs. 2 Nr. 5 GOZ berechnet und es gelten die Ausführungen unter 2.

2. Für die Berechnung des Edelmetalls ist der folgenden Zeitpunkt abzustellen:

  • Eigenlabor:

    BEL II: Es gilt der anteilige Einkaufspreis der tatsächlich entstandenen Kosten des Edelmetalls.

    Auslagen nach § 9 GOZ und § 10 GOZ Abs. 2 Nr. 5 GOZ: Dentallegierungen sind mit ihrer handelsüblichen Bezeichnung zu benennen. Anzugeben ist ferner das Gewicht der für die Herstellung verbrauchten Legierung und der Tagespreis, das heißt der Preis am Tag der Verarbeitung im Labor.
  • Fremdlabor:

    BEL II: Es gilt die Höhe des Preises für den tatsächlichen Edelmetallverbrauchs, welcher vom gewerbliche Labor ausgewiesen wird. (Anmerkung: Die obigen Ausführungen von BEL II – Eigenlabor gelten primär auch für das gewerbliche Labor. Grund hierfür ist, die Tatsache, dass die einschlägige Regelung primär von den Zahntechniker-Innungen und den Krankenkassen vereinbart werden.)

    Auslagen nach § 9 GOZ und § 10 GOZ Abs. 2 Nr. 5 GOZ: Es gilt die Höhe des Preises für den tatsächlichen Edelmetallverbrauchs, welcher vom gewerbliche Labor ausgewiesen wird.

Angaben bei der Rechnungsstellung

Bei der Berechnung von Dentallegierungen sind bei der Rechnungsstellung folgende Angaben erforderlich:

  • Art der Legierung
  • Menge in Gramm
  • Grammpreis (die Ausführungen zu der BEL II und zu den §§ 9 und 10 GOZ sind zu beachten)

Mehrwertsteuer

Ist eine Praxis umsatzsteuerpflichtig gilt grundsätzlich folgendes:

  • Die im Einkauf gezahlten 19 % Mehrwertsteuer und die im Verkauf erzielten 7 % Mehrwertsteuer sind durch den Zahnarzt bei der Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt anzumelden. Die für diesen Geschäftsvorgang errechnete Umsatzsteuerdifferenz ist beim Finanzamt geltend zu machen.
  • Bei der Patientenrechnung sind derzeit 7 % Umsatzsteuer auszuweisen.

Für nähere Auskünfte wenden Sie sich an die die Praxis betreuende Steuerkanzlei.

Anmerkungen

Für die Berechnung der Materialkosten für angussfähige Edelmetallstifte ist folgendes zu beachten:
Ein vorgefertigter Wurzelstift aus einer angussfähigen Edelmetalllegierung (z. B. ELD, Permador) ist ein Teil eines gegossenen Stiftaufbaus/einer Stiftkrone und verringert anteilmäßig den Edelmetallverbrauch. Die Materialkosten für den vorgefertigten angussfähigen Edelmetallstift sind als Fertigteil zu den BEL-Nrn. 101 3, 104 0 und 105 0 abrechenbar (vgl. TeKo-Beschluss Nr. 120).
Die Materialkosten für den angussfähigen Stift sind bei der Berechnung der Mehrkosten für Edelmetall zu berücksichtigen.

Für die Berechenbarkeit des Edelmetallverbrauchs ist folgendes zu beachten:
Der Edelmetallverbrauch bei der Herstellung von Kronen und Brücken kann im Einzelfall auch stark vom üblichen Verbrauch abweichen. Im Einzelfall kann es zumutbar und fachlich vertretbar sein, dass Kronen teilweise hohlgelegt werden. Ein signifikant höherer Edelmetallverbrauch vom selben Zahnarzt oder vom selben Labor ist Grund für eine Überprüfung.

Für den Materialwert des Zahngoldes ist folgendes zu beachten:
Der Versicherte hat seinen Kostenanteil für zahntechnische Leistungen an den Zahnarzt zu entrichten; dieser ist zu mindern um den Materialwert des Zahngoldes, wenn durch die Neuanfertigung des Zahnersatzes Zahngold entbehrlich wird und in das Eigentum des Zahnarztes übergeht (vgl. § 13 Abs. 1 Nr. 4 GV-Z, Anlage 7).