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Schutz eines beschliffenen Zahnes und Sicherung der Kaufunktion durch eine provisorische Krone oder provisorischer Ersatz eines fehlenden Zahnes durch ein Brückenglied

19 Pkte.

  1. Leistungen nach den Nrn. 19 und 21 können höchstens zweimal je Zahn abgerechnet werden. Im Heil- und Kostenplan können sie in der Gebührenvorausberechnung je Zahn nur einmal angesetzt werden.
  2. Neben Leistungen nach den Nrn. 19 und 21 ist eine Leistung nach Nr. 23 für das Entfernen des provisorischen Schutzes nicht abrechnungsfähig. Dies gilt nicht für das Entfernen eines provisorischen Schutzes, der wie bei einer definitiven Versorgung fest einzementiert werden musste.
  3. Für die provisorische Versorgung nach den Nrn. 19 und 21 ist grundsätzlich ein im direkten Verfahren hergestelltes Provisorium ausreichend.
  4. Provisorische Versorgungen in den vom Bundesausschuss der Zahnärzte und Krankenkassen festgelegten Ausnahmefällen gem. § 30 Abs. 1 Satz 5 SGB V1 sind nach der Nr. 19 abrechnungsfähig und bei der Abrechnung als Nr. 19i zu kennzeichnen.

KZVB-Hinweise:

  1. Wird ein Provisorium im Sinne der Bema-Nr. 19 wegen Praxisvertretung oder Notdienst (Fremdpraxis) wieder eingesetzt bzw. neu angefertigt, so erfolgt dort die Abrechnung nach GOZ. Ein Festzuschuss kann nicht angesetzt werden.
  2. Die abnehmbare konfektionierte Hülse ist nicht mehr Bestandteil des BEMA, da sie nicht mehr als zweckmäßig angesehen wird.
  3. In Ausnahmefällen kann ein laborgefertigtes festsitzendes Provisorium gefertigt werden. Die zahnärztliche Leistung ist nach Bema-Nr. 19 möglich und die dazugehörigen zahntechnische Leistungen werden nach BEL-Nr. 031 0 berechnet.
    (siehe TeKo-Beschluss Nr. 111 zu 19/21)

    Solche Ausnahmefälle sind zum Beispiel:
    • längere Tragedauer nach chirurgischen Eingriffen, wenn die Abheilung der Wunden bzw. die Festigung der im Operationsbereich liegenden Zähne abgewartet werden muss (z. B. nach Zystenoperationen, Resektionen, Parodontalchirurgie usw.),
    • Wurzelbehandlungen, wenn die Ausheilung bzw. klinische Unauffälligkeit abgewartet werden muss,
    • extremen Bissverhältnissen, z. B. tiefer Biss, die eine direkte Herstellung eines Provisoriums unmöglich machen,
    • Verlust einseitiger, beidseitiger oder aller Stützzonen zur Sicherung der richtigen Bisslage,
    • besondere anatomische Verhältnisse
  4. Ist ein (gegossener) Stiftaufbau geplant, kann auf dem Heil- und Kostenplan in der Spalte "Kostenplanung" je Zahn sowohl die Bema-Nr. 21 als auch die Bema-Nr. 19 angesetzt werden. Wird zunächst der Stiftaufbau angefertigt und eingegliedert und anschließend der Zahn nach endgültiger Präparation und Abformung mit einer neuen provisorischen Krone versorgt, ist die Abrechnung der beiden Leistungen pro Zahn möglich. Bei der Kombination der Bema-Nrn. 19 und 21 ist der Ansatz dieser beiden Leistungen pro Zahn nur einmal möglich.
  5. Wird eine abgenommene Krone/Brücke als provisorischer Schutz eines beschliffenen/r Zahnes/Zähne verwendet (ggf. nach entsprechender Anpassung mit Kunststoff), so können die Bema-Nrn. 19/21 abgerechnet werden.
RILI: Zahnersatz-Richtlinien - D. I. Versorgung mit Zahnkronen


1 Anmerkung der KZVB: Durch das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) wurde § 30 SGB V, in dem die Versorgung mit Zahnersatz bis dahin geregelt war, zum 01.01.2005 aufgehoben und durch die §§ 55 bis 57 SGB V ersetzt.