P202

Systematische Behandlung von Parodontopathien (Chirurgische Therapie), offenes Vorgehen je behandeltem einwurzeligen Zahn

22 Pkte.

P203

Systematische Behandlung von Parodontopathien (Chirurgische Therapie), offenes Vorgehen je behandeltem mehrwurzeligen Zahn

34 Pkte.

Die Leistungen nach den Nrn. P202 und P203 setzen chirurgische Maßnahmen der systematischen Behandlung der Parodontopathien voraus. Diese umfassen die Lappenoperation (einschließlich Naht und/oder Schleimhautverbände) sowie das supra- und subgingivale Debridement. Mit Leistungen nach den Nrn. P202 oder P203 sind während und unmittelbar nach der systematischen Behandlung erbrachte Leistungen nach den Nrn. 105 und 107 abgegolten.

Mit der Bewertungszahl sind alle Sitzungen abgegolten. Die Anästhesie ist zusätzlich berechenbar.

KZVB-Hinweise:

  1. Die Bema-Nrn. P202/P203 setzen Anästhesieleistungen im Sinne einer Leitungs- oder Infiltrationsanästhesie voraus.
  2. Je Parodontium können die Bema-Nrn. P202/P203 im Rahmen einer systematischen PAR-Behandlung nur einmal abgerechnet werden, unabhängig davon, auf wie viele Sitzungen sich die chirurgischen Maßnahmen verteilen.
  3. Der Leistungsinhalt der Bema-Nrn. P202/P203 ist durch eine Behandlung mit Laser allein nicht erfüllt.
  4. Die Bema-Nrn. P202/P203 sind nur bei natürlichen Zähnen abrechenbar und nicht bei Implantaten.
  5. Anstelle einer systematischen Parodontitistherapie dürfen bei der Therapie einzelner Parodontien durch eine geschlossene/offene Kürettage grundsätzlich insgesamt nicht mehr als drei Parodontien behandelt werden.
    Ausnahme: Bei Patienten mit geistig und/oder körperlicher Behinderung, die eine systematische PAR-Behandlung nicht möglich macht, können hilfsweise die Bema-Nrn. 49/50 abgerechnet werden.
  6. Nach Abschnitt B. V der Allgemeinen Behandlungs-Richtlinien (RILI B. V. 1.) gehört die Behandlung von Rezessionen, des Fehlens keratinisierter Gingiva und der verkürzten angewachsenen Schleimhaut im Rahmen der Parodontalbehandlung nicht zur vertragszahnärztlichen Versorgung. Diese Leistungen können auch nicht als Bema-Nr. 59 abgerechnet werden. Ein koronaler Verschiebelappen stellt keine GKV-Leistung dar.
  7. Leistungen die nicht Bestandteil der Bema-Nrn. P202/P203 sind, sind mit dem Patienten vor Beginn der Behandlung privat zu vereinbaren. Hierunter fallen zum Beispiel:
    • Desinfektion der Zahnfleischtaschen mit Laser
    • Desinfektion der Zahnfleischtaschen mit Ozon
    • Mikrobiologische Diagnostik (RILI B. V. 6.)
    • Lokale Antibiotikatherapie
    • Einsatz von Langzeit-Desinfektionstherapeutika, wie Perio-Chip o. Ä.
    • Durchführung eines DNA-Keim-Testes o. Ä.
    • Vector-Behandlung
    • Auffüllen von Knochentaschen und Knochendefekten oder Einbringen von Proteinen
    • Maßnahmen mit dem Ziel einer Geweberegeneration (GTR) bzw. gesteuerte Knochenregeneration (GBR)
    • Osteoplastische Maßnahmen
  8. Nach dem geschlossenen Vorgehen ist zu prüfen, ob bei einzelnen Parodontien ein offenes Vorgehen zusätzlich durchzuführen ist. Weisen die Zähne Zahnfleischtaschen/Sondierungstiefen kleiner als 3,5 mm auf, so besteht keine Notwendigkeit, zu Lasten der GKV weitere therapeutische Maßnahmen durchzuführen. Persistieren Taschen nach der initial geschlossenen Vorgehensweise von größer/gleich 3,5 mm, liegt nach wie vor eine behandlungsbedürftige Parodontopathie vor. In diesen Fällen kann bei all den Zahnfleischtaschen, die bei der initialen Messung Werte größer als 5,5 mm zeigten, nun eine Ergänzungstherapie in Form des offenen Vorgehens beantragt und durchgeführt werden. Hierbei ist auf die initiale Messung vor der Parodontalbehandlung abzustellen. Die Frist der Beantragung der Ergänzungstherapie ist auf 3 Monate nach der geschlossenen Behandlung beschränkt. Therapeutisches Ziel ist dabei, weitgehend entzündungsarme Verhältnisse für die offene chirurgische Therapie zu erreichen. Die Messung der Zahnfleischtasche zum Zeitpunkt der Messung der Ergänzungstherapie soll klären, ob eine behandlungsbedürftige Parodontopathie weiterhin besteht.
RILI: Behandlungsrichtlinien - B. V. Systematische Behandlung von Parodontopathien (Par-Behandlung)