120

Maßnahmen zur Einstellung des Unterkiefers in den Regelbiss in sagittaler oder lateraler Richtung einschließlich Retention

204 Pkte.
a) einfach durchführbarer Art

228 Pkte.
b) mittelschwer durchführbarer Art

276 Pkte.
c) schwierig durchführbarer Art

336 Pkte.
d) besonders schwierig durchführbarer Art

Die Zuordnung zu den Buchstaben a bis d erfolgt nach folgendem Bewertungssystem:
I. Größe der Bissverlagerung 1 - 2 mm 1/2 Prämolarenbreite über 1/2 bis 1 Prämolarenbreite
1 3 5
II. Lokalisation einseitig
1
- beiderseitig
3
III. Richtung der durchzuführenden Bissverschiebung mesial
1
lateral
2
distal
3
IV. Reaktionsweise (Alter, Konstitution, Früh- und Spätbehandlung) sehr günstig
1
gut
3
ungünstig
10
Die Summe der einzelnen Punkte ergibt die Bewertung für Schwierigkeit und Umfang der vorgesehenen Bissverlagerung:
4 bis 8 Punkte = a) 11 bis 12 Punkte = c)
9 bis 10 Punkte = b) 13 und mehr Punkte = d)

  1. Im Zusammenhang mit einer Leistung nach Nrn. 119/120 ist eine Leistung nach Nr. 01 nur abrechnungsfähig, wenn sie anderen als kieferorthopädischen Zwecken dient.
  2. Im Verlauf einer kieferorthopädischen Behandlung ist die Abrechnung von Leistungen der Nrn. 121 bis 124 neben einer Leistung der Nrn. 119/120 nicht möglich.
  3. Der Zahnarzt hat quartalsweise Abschlagszahlungen abzurechnen
bei Nr. 119   a) 11 Punkte bei Nr. 120   a) 17 Punkte
b) 17 Punkte b) 19 Punkte
c) 23 Punkte c) 23 Punkte
d) 28 Punkte d) 28 Punkte
Für Kalenderquartale, in denen keine kieferorthopädischen Leistungen erbracht wurden, entfällt die Abrechnung der Abschlagszahlung. In diesen Fällen verlängert sich die Behandlungszeit entsprechend. Insgesamt können nicht mehr als 12 Abschlagszahlungen abgerechnet werden.
  1. Mit den Gebühren nach Nrn. 119/120 ist eine Behandlungszeit bis zu 16 Behandlungsquartalen abgegolten. Bei vorzeitigem Behandlungsabschluss können in den Fällen nach den Nrn. 119a und b sowie 120a und b die restlichen Abschlagszahlungen bei Ende der Behandlung abgerechnet werden. Soweit nach den Nrn. 119c und d sowie 120c und d eingestufte Behandlungen vor 10 Behandlungsquartalen beendet werden, erhält der Zahnarzt die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordene Vergütung.
  2. Bei der Frühbehandlung eines Distalbisses, eines lateralen Kreuz oder Zwangsbisses, sofern dieser durch präventive Maßnahmen (Einschleifen) nicht zu korrigieren ist, einer Bukkalokklusion (Nonokklusion) permanenter Zähne, eines progenen Zwangsbisses/frontalen Kreuzbisses oder der Behandlung zum Öffnen von Lücken kann der Zahnarzt quartalsweise Abschlagszahlungen nach den Nrn. 119 und/oder 120, für längstens sechs Kalenderquartale abrechnen. Diese Abrechnung ist besonders zu kennzeichnen. Bei vorzeitigem Behandlungsabschluss können die restlichen Abschlagszahlungen nach Satz 1 bei Ende der Behandlung abgerechnet werden.
    Die Frühbehandlung soll nicht vor dem 4. Lebensjahr begonnen werden.
  3. Die frühe Behandlung einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte oder anderer kraniofacialer Anomalien, eines skelettal-offenen Bisses, einer Progenie oder verletzungsbedingter Kiefer Fehlstellungen ist nach den Nrn. 119 und/oder 120 abrechnungsfähig.
  4. Über das 4. Behandlungsjahr hinausgehende noch erforderliche Leistungen sind mit Begründung und Angabe der voraussichtlichen weiteren Behandlungszeit und der Neuzuordnung aufgrund des Befundes am Ende des 4. Behandlungsjahres zu den Buchstaben a bis d der Nrn. 119 und 120 schriftlich zu beantragen.
    Für die nach Ablauf von 16 Behandlungsquartalen notwendigen Behandlungsmaßnahmen (mit Ausnahme der Retentionsüberwachung) werden bei Leistungen nach Nrn. 119 und 120 die Abschlagszahlungen wie unter Nr. 3. quartalsweise fällig.
  5. Wird die Behandlung abgebrochen, so erhält der Zahnarzt die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordene Vergütung.
  6. Belehrende und ermahnende Informationen in einem Brief an die Patienten oder deren Erziehungsberechtigte sind mit den Gebühren nach den Nrn. 119 und/oder 120 abgegolten.
  7. Maßnahmen zur Retention können bis zu zwei Jahren nach dem Ende des Kalenderquartals, für das die letzte Abschlagszahlung nach den Nrn. 119/120 geleistet worden ist, abgerechnet werden, längstens bis zum Abschluss der Behandlung. Der Zahnarzt hat den Abschluss der Behandlung einschließlich der Retention schriftlich zu bestätigen.
  8. Die Abrechnung von Leistungen nach den Nrn. 119/120 beginnt mit der therapeutischen Phase. Das ist in der Regel die erste Maßnahme zur Herstellung eines Behandlungsgerätes oder das Extrahieren, Separieren und Einschleifen von Zähnen im engen zeitlichen Zusammenhang mit der Eingliederung des Behandlungsgerätes.
  9. Übernimmt ein Zweitbehandler die Fortführung der Behandlung nach dem ursprünglichen Behandlungsplan, so kann der Zweitbehandler die restlichen Abschlagszahlungen abrechnen.
    Hat der Erstbehandler 7 oder mehr Abschlagszahlungen abgerechnet, ist der Zweitbehandler berechtigt, nach Ablauf von 12 Behandlungsquartalen sofort einen Verlängerungsantrag zu stellen.
  10. Mit den Nrn. 119/120 ist die Ausstellung der Abschlussbescheinigung abgegolten.
Siehe auch Beschluss Nr. 110 der Arbeitsgemeinschaft gem. § 22 EKV-Z vom 03.05.1989, Gültig ab 01.05.1989 - gilt nur für Ersatzkassen)

Zu Bema-Nr. 122:

  1. Neben Leistungen nach den Nrn. 119/120 sind die Nrn. 122a bis c nicht abrechnungsfähig.

Zu Bema-Nr. 123:

  1. Neben Leistungen nach den Nrn. 119/120 sind Leistungen nach Nrn. 123a oder 123b nicht abrechnungsfähig.

Zu Bema-Nr. 124:

  1. Neben Leistungen nach den Nrn. 119/120 ist eine Leistung nach Nr. 124 nicht abrechnungsfäghig.

Zu Bema-Nr. 125:

  1. Eine Leistung nach Nr. 125 kann neben Leistungen nach den Nrn. 119/120 abgerechnet werden, wenn ein Behandlungsmittel wiederhergestellt wird.

Zu Bema-Nrn. 126 bis 131:

Leistungen nach den Nrn. 126 bis 131 können neben Leistungen nach den Nrn. 119 und/oder 120 abgerechnet werden.

KZVB-Hinweise:

  1. Um festzustellen, ob es sich um eine vertragszahnärztliche Versorgung handelt oder nicht, sind die Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) zu beachten.
  2. Behandlerwechsler aus triftigen Gründen:
    In einem solchen Einzelfall hat der Behandler die Krankenkasse zu informieren und die Krankenkasse hat zu entscheiden, ob sie bereit ist, einem Behandlerwechsel zuzustimmen. Sie hat ihre Entscheidung dem Zweitbehandler so schnell wie möglich mitzuteilen.
  3. Erkennt der Vertragszahnarzt während einer Behandlung, dass zusätzliche Behandlungsmaßnahmen erforderlich werden, so hat er der Vertragskasse von der Änderung seiner ursprünglichen Behandlungsplanung Mitteilung zu machen.
    (siehe TeKo-Beschluss Nr. 160)
  4. Behandlung von Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten bei Säuglingen:
    Die Bema-Nr. 119 ist abrechenbar, wenn mittels Gaumenplatte oder anderen Geräten Zahn- oder Kieferbewegungen erfolgen.
  5. Die Einstufungszahlen des Bewertungssystems zu den Bema-Nrn. 119/120 sind aufzuzeichnen und bei den Behandlungsunterlagen aufzubewahren.
    Bei der Abrechnung ist auf die richtige Übernahme der beantragten und von der Krankenkasse übernommenen Schwierigkeitsgrade a - d der Bema-Nrn. 119/120 zu achten.
  6. Die im abschlagsfreien 4. Behandlungsjahr notwendigen diagnostischen Maßnahmen, Wiederherstellungen und Material- und Laborkosten sind auf dem KFO-Rechnungsformular abrechenbar.
  7. Bei mangelnder Mitarbeit des Patienten ist es notwendig, dass der Zahnarzt an die Eltern schreibt, um durch Belehrungen und ggf. Ermahnungen Abhilfe zu schaffen. Ziffer 9 der Abrechnungsbestimmungen stellt klar, dass derartige Informationen in einem Brief an die Eltern nicht gesondert berechnet werden können, sondern mit den Gebühren nach den Nrn. 119 und 120 abgegolten sind.
    Für diese Mitteilung an die Kasse kann das bei der Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns vorrätige Formular benutzt werden.
  8. Für die Behandlung mit Aufbissbehelfen können die Bema-Nrn. K1 bis K3 und K6 bis K9 abgerechnet werden. Sie können nicht abgerechnet werden, wenn gleichzeitig Behandlungsmaßnahmen nach Bema-Nrn. 119/120 durchgeführt werden. Die Bema-Nrn. K1 bis K3 und K6 bis K9 sind auf dem "Abrechnungsformular für Kiefergelenkserkrankung und Kieferbruch" abzurechnen.
  9. Der Abbruch der Behandlung ist der Krankenkasse unbedingt mitzuteilen.
  10. Wird keine Verlängerung beantragt, so ist der Abschluss der Behandlung auf dem KFO-Abrechnungsformular zu vermerken.
  11. Maßnahmen zur Beseitigung vertikaler Abweichungen (z. B. tiefer Biss, offener Biss) können nicht unter der Bema-Nr. 120a - d abgerechnet werden, sondern müssen unter der Bema-Nr. 119a - d erfasst werden.
  12. Ist nur ein Kreuzbiss zu beseitigen und soll dies mit einer schiefen Ebene geschehen, so ist hierfür die Bema-Nr. 119 abzurechnen und nicht die Bema-Nr. 122.
  13. Alle nachfolgenden Behandlungsmittel und -systeme sind in der Regel unwirtschaftlich und nicht notwendig
    (§ 12 Abs. 1 SGB V).
    1. Malu System
    2. Tubular Jumper
    3. Jasper-Jumper
    4. Magnetic Molar-Distalization System
    5. Pendulum Springs
    6. BioPendic Appliance
    7. Bite Jumping Appliance
    8. Ribbondretainer
    9. Retainer (Ausnahme: Behandlungsbedarfsgrad E3 oder E4 in der Unterkieferfront)
    10. Eurekafeder
    11. Adjustable Bite Corrector
    12. Essix-Retainer
    13. Positioner
    14. Elasto-Geräte
    15. Flex-Developer
Ein reines Herbstscharnier ist unter folgenden Voraussetzungen ausnahmsweise abrechenbar:
a)
später Behandlungsbeginn (Plandatum!), Wachstumshöhepunkt muss überschritten sein
b)
Bisslagekorrektur kann mit alternativen konventionellen Maßnahmen nicht erreicht werden
c)
Maßnahme muss unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes einzelfallbezogen vertretbar sein
Als Non-Compliance-Alternative ist ein Herbstscharnier nie abrechenbar.
  1. Wiederholte, durch den Patienten verschuldete Reparaturen oder Neuanfertigungen, die im Laufe der KFO-Behandlung anfallen, sollten gemäß § 12 Abs. 1 SGB V der Krankenkasse mitgeteilt und dem Patienten in Rechnung gestellt werden.
  2. Wird ein Verlängerungsantrag erstellt, so sind die genehmigten, aber noch nicht verbrauchten Leistungen des genehmigten KFO-Planes auf dem neuen Antrag erneut mit aufzuführen.
  3. Für eine Durchbruchshilfe ist die Bema-Nr. 49 abrechenbar.
  4. Der Behandler ist verpflichtet, den Abschluss der Behandlung (einschließlich Retention) schriftlich zu bestätigen.
  5. Therapie von Orofazialen Funktionsstörungen: siehe Heilmittelverordnung.
  6. Mit den Gebühren nach Bema-Nrn. 119/120 ist eine Behandlungszeit bis zu 16 Behandlungsquartalen abgegolten.
    Bei vorzeitigem Behandlungsabschluss vor dem 10. Quartal können die Bema-Nrn. 119c/120c und 119d/120d nur bis zum tatsächlichen Abschlussabschlag, aber die Bema-Nrn. 119a/120a und 119b/120b bis zum 12. Abschlag abgerechnet werden.
    Für einen Behandlungsplan, z. B. mit den Gebührenpositionen 119c OK, 119c UK und 120a mit einem Abschluss im 9. Quartal bedeutet dies: 119c OK und 119c UK bis zum 9. Abschlag und nur 120a bis zum 12. Abschlag, also einschließlich aller restlichen Abschläge.
    Bei vorzeitigem Abschluss ab dem 10. Quartal können alle Bema-Nrn. 119/120 bis zum 12. Abschlag abgerechnet werden.

Bestimmungen über die Gestaltung und die Ausfüllung der Planungsvordrucke und die edv-mäßige Erstellung der Abrechnung (Inhaltlich ist der Ersatzkassenvertrag Zahnärzte (EKV-Z) mit dem Bundesmantelvertrag (BMV-Z) vergleichbar.)